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Radikalisierungsschübe ‚von unten‘. Die Rolle der Konstanzer Stadtverwaltung bei der Entrechtung, Enteignung und Deportation der Juden im Nationalsozialismus

Vortrag von Dr. Jürgen Klöckler, Leiter des Stadtarchivs Konstanz
Zur Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 in Konstanz

09. November 2015

Kulturzentrum/Wolkenstein-Saal - 19.30 bis 21.00 Uhr
Wessenbergstraße 43, Konstanz


„Juden raus!“ lautete die Maxime kommunaler Politik nach 1933. Das umgehend von der Konstanzer Stadtverwaltung betriebene Marktverbot für jüdische Händler, die Aufstellung eines „Stürmer-Kastens“, das Nutzungsverbot für die städtischen Bäder, alle diese Beispiele legen eine antisemitische Initiative „von unten“ offen. Kommunalverwaltungen haben in der Regel ohne Zeitverzug den vom NS-Regime eingeforderten Antisemitismus in administrative Normalität umgewandelt, um – wie es zeitgenössisch hieß – dem „Führer entgegen zu arbeiten“. Auch die Konstanzer Verwaltung wurde zum Nutznießer und Profiteur von Emigration bzw. Deportation der Juden. Die Stadt eignete sich Grundstücke an, wie etwa den Synagogenplatz oder die Erweiterungsfläche des jüdischen Friedhofs, und wurde selbst zum „Arisierungsgewinner“. Sie agierte zusammen mit der Landkreisverwaltung und dem Finanzamt bei der Verwertung der Wohnungen und der öffentlichen Versteigerung des jüdischen Hausrats im „Konzil“. Die deutschen Kommunalverwaltungen waren in Zusammenspiel mit dem NS-Verfolgungsapparat wichtige Akteure antisemitischer Politik und zwar als Antreiber und nicht nur als Getriebene.

Eine gemeinsame Veranstaltung von vhs Konstanz-Singen e.V., Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V. und Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“